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Magdalena und Hubert Beckmann, Stelle
Unsere Pilgerwanderung auf dem Camino de Santiago
vom 23. Mai bis 14. Juni 1997
Teil I
(von Bremen bis Sahagun)
Auch wenn meine Frau und ich vor zwei Jahren mit einem bekannten Ehepaar schon einmal rd. 200 km des historischen Camino erwandert hatten, wir wollten es noch einmal versuchen - und zwar allein. Nachdem
wir mit verschiedenen Stellen korrespondiert hatten, kamen wir mit der St. Jakobus-Gesellschaft in Aachen in Verbindung. Von da bekamen wir die "Credentiale", ein Papier, das uns als Pilger des Jakobsweges auswies und
uns berechtigte, in den Refugien - den Pilgerherbergen - zu übernachten. In vielen Vorbereitungsgesprächen hatten Malena und ich einen Plan entwickelt. Danach hatten wir als Wanderstrecke die halbe Laenge des
gesamten Camino ins Auge gefasst. Mit dem Ausgangspunkt SAHAGUN an der Grenze zwischen den Provinzen Palencia und Leon sind das rd. 400 Kilometer. Wie aber
kommen wir dahin? Auf keinen Fall wollten wir mit dem eigenen Wagen fahren, vor allem deshalb nicht, weil man als Fahrer zu sehr auf den Verkehr achten muss und deshalb nicht so viel von der
Schönheit der Landschaft sieht. Also mussten wir uns nach einer anderen Möglichkeit umsehen. Nach vielen verworfenen Versuchen bekamen wir einen Hinweis auf die EUROPA-TOURING,
eine Gesellschaft, die im Auftrag der Bundesbahn Busverbindungen nach vielen Staedten in ganz Europa unterhaelt. Da Preis und Leistung stimmten (350 Mark pro Person kostete die Hin - und
Rückfahrt in modernen Reisebussen) und wir die Moeglichkeit hatten, in Bremen zuzusteigen, entschieden wir uns für eine Busfahrt. Weil wir vor zwei Jahren von Ende Juni bis Anfang Juli
wanderten und dabei die spanische Hitze pur erlebten, entschlossen wir uns für einen etwas früheren Termin. So kam es, dass als Abfahrtsdatum Freitag, der 23. Mai festgesetzt wurde. Mit
dem Nötigsten versorgt - das sind vor allem gute Wanderschuhe, Schlafsack und Unterwaesche zum Wechseln, dazu Reisepass, für die ersten Tage etwas spanisches Geld, sowie Euroschecks
und Kreditkarte - so ausgerüstet, bestiegen wir am 23. Mai um 8,30 Uhr den Touringbus am Bremer Hauptbahnhof. Über Osnabrueck, Dortmund, Köln und Aachen, wo ueberall Reisende
zustiegen, ging es dann Non-stop durch Belgien und Frankreich. Gegen Abend erreichten wir Paris und bewunderten die grosse Stadt, die wir bei herrlichem Sonnenschein durchfuhren. In
den frühen Morgenstunden kamen wir in Irun an, der ersten spanischen Stadt in den Pyrenaeen.
Hier mussten wir in einen anderen Bus umsteigen, der uns über Burgos und andere Orte, wo Reisende ausstiegen,bis an unseren Zielort Palencia brachte, den wir am Samstag, den 24. Juni gegen 13 Uhr erreichten. Nun
standen wir ploetzlich allein da in einer fremden Stadt. Wir ordneten erst einmal unsere Sachen. Alles, was uns nicht mehr notwendig erschien, wurde entsorgt. Gott sei Dank hatte ich in einem Kursus der
Volkshochschule etwas Spanischkenntnisse erworben, sodaß ich in der Lage war, ein Taxi zu bestellen und zum Bahnhof zu beordern. Fuer 500 Peseten (ca. 6 DM) brachte uns das Taxi zum Bahnhof. Nach einigen Schwierigkeiten
konnte ich dem Fahrkartenverkäufer verständlich machen, dass wir bis nach SAHAGUN, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, fahren möchten. Auch wenn Malena befürchtete, wir
könnten vielleicht in die entgegengesetzte Richtung fahren - es klappte: in dem sehr gut gepflegten Regionalzug kamen wir gegen gegen 15 Uhr in Sahagun an. UNSER ERSTES ZIEL HATTEN WIR ERREICHT.
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